PLA mit THF (Tetrahydrofuran)

Alles rund ums Nachbearbeiten eurer fertigen 3D-Drucke
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AndreasThaler
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PLA mit THF (Tetrahydrofuran)

#1

Beitrag von AndreasThaler » Mo 4. Feb 2019, 21:07

Demnächst werde ich einen Versuch mit Tetrahydrofuran für PLA starten. War früher im "Quellschweißmittel" als Lösungsmittel. Leider ist jetzt wohl meist Methylaceton (Butanon) drin, was bei PLA genau so wenig wie Aceton nutzt (obwohl es schon ein wenig weniger polar ist). Toluol lass ich mal, ist wahrscheinlich zu unpolar und ... naja ... zwar nicht so schlimm wie Benzol aber auch mir, als (Lebensmittelchemiker) etwas suspekt, was die gesundheitlichen und umwelttechnischen Aspekte betrifft. Ich werde mal posten, ob und wie das klappt.
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AndreasThaler
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#2

Beitrag von AndreasThaler » Do 7. Feb 2019, 19:56

Erster Test mit THF:
Ich hatte mir "Beinchen/Ablageflächen" aus PETG gemacht. Mäßig gute Idee. PETG wird durchaus von THF angelöst. Und zwar anscheindend sogar mehr als PLA. Die Stücke (noch vollgesogen vom Lösungsmittel) sind nun weich wie TPU. Mal sehen, wie das ist, wenn die trocken sind. Der PLA-Testwürfel (dafür ist der gut ;) ist weitgehend vom THF-Dampf unberührt (zunächst Raumtemperatur 24 h, dann 30 min 55-60 Grad C) Hier ist also noch einiger Testbedarf.
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#3

Beitrag von th33xitus » Do 7. Feb 2019, 20:25

Ich habe das Thema mal geteilt wenn du hier deine Versuchsreihe mit THF weiter fortführst :)
Das passt dann besser in einem eigenen Thema als unter der "ABS mit Aceton"-Überschrift. ;)

Glossar - 3D-Druck-Begriffe


Gebt bei jeglichen Problemen immer euren verwendeten Slicer + dessen Einstellungen, eure genutzte Firmware und etwaige Modifikationen vom Drucker an!

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#4

Beitrag von AndreasThaler » Do 7. Feb 2019, 20:33

Vollkommen korrekt.
Nun aber auch dazu: Es gelten die gleichen Sicherheitsmaßnahmen wie bei Aceton:
Kein Feuer, auch nicht rauchen ;)
Dämpfe nicht einatmen, sind nicht wirklich gesund. Auch Hautkontakt vermeiden.
H und G-Sätze:
H: 225​‐​302​‐​319​‐​335​‐​351 (Flüssigkeit und Dampf leicht entzündbar, Gesundheitsschädlich beim Verschlucken, Verursacht schwere Augenreizung, Kann vermutlich Krebs erzeugen)
EUH: 019 Kann explosionsfähige Peroxide bilden (daher: nicht zu lange Lagern!)
P: 210​‐​280​‐​301+312+330​‐​305+351+338​‐​370+378​‐​403+235 Schutzhandschuhe, Schutzkleidung tragen, an einem gut belüfteten Ort aufbewahren etc.

Ist halt ein Lösungsmittel und sollte entsprechend behandelt werden.
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#5

Beitrag von AndreasThaler » Fr 8. Feb 2019, 11:01

Bilder zum Versuch. 3 x PETG, ziemlich übel zugerichtet. Stand mit den Füßen in der Suppe. 1 x PLA im Dampfbereich, kaum geglättet. Kann aber sein, dass der Dampfdruck durch die Sättigung mit PETG und PLA nicht soo dolle war (obwohl sich das THF (ca 2 ml) während des Erwärmens verflüchtigt haben)). Und einmal der Bodensatz im Glas (aufgelöstet, wieder ausgefallenes PLA/PETG ...). Nächster Ansatz wird wohl mit Metallsockelchen sein. Dann kommen zwei graue Teile in die THF-Sauna. PETG und PLA. Nur in den Dampf.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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#6

Beitrag von elektronix00 » Mi 29. Mai 2019, 10:02

Hallo Andreas,
ist deine Testreihe schon abgeschlossen? Wenn du in einem Labor arbeitest, könntest du mal mit Dichlormethan (Methylenchlorid) testen.
Das soll angeblich PLA komplett auflösen. Hatte mal gelesen, dass jemand damit die Druckdüsen reinigt.
Gruß, Michael
Ich muss unbedingt mal wieder einkaufen gehen - ich hab nur noch Licht im Kühlschrank...

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#7

Beitrag von AndreasThaler » Mi 14. Aug 2019, 22:19

So, jetzt wieder einigermaßen aktiv. Dichlormethan nehme ich aus Entsorgungsgründen nicht (arbeite eben nicht im Labor). Bisher habe ich keine tollen Erfahrungen mit THF. Ich denke aber, ich müsste den Dampfdruck, wie oben erwähnt, erhöhen. Will aber die Bude nicht abfackeln. ;)
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